An grauen Wintertagen, wenn die Motivation zum Kochen gegen null tendiert, braucht es Rezepte, die mit minimalem Aufwand maximalen Genuss versprechen. Dieser herzhafte Brotauflauf mit Hackfleisch und Käse erfüllt genau diese Anforderung: würzig, deftig und herrlich heiß aus dem Ofen kommend, verwandelt er altbackenes Brot in ein comfort food – also ein Wohlfühlgericht –, das Körper und Seele wärmt. Die Kombination aus saftigem Hackfleisch, geschmolzenem Käse und knusprigen Brotkrustenstücken macht dieses Gericht zu einem perfekten Begleiter für entspannte Abende auf der Couch. Ohne komplizierte Techniken oder exotische Zutaten zaubert man hier ein Familienessen, das alle satt und zufrieden macht.
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Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. Brot vorbereiten
Das altbackene Brot in etwa 2 cm große Würfel schneiden. Diese Größe ist ideal, damit die Brotstücke später die Eiermilch gut aufnehmen können, aber trotzdem noch etwas Biss behalten. Falls das Brot noch zu frisch ist, kann man die Würfel für 10 Minuten bei 100 Grad im Ofen leicht antrocknen lassen. Die Auflaufform mit der Butter gut einfetten, damit später nichts anklebt.
2. Zwiebeln und Knoblauch vorbereiten
Die Zwiebeln schälen und in kleine Würfel schneiden. Je kleiner die Würfel, desto besser verteilen sie sich später im Auflauf. Die Knoblauchzehen schälen und fein hacken oder durch eine Knoblauchpresse drücken. Das Pressen setzt mehr Aromastoffe frei als das Hacken und intensiviert den Geschmack.
3. Hackfleisch anbraten
In einer großen Pfanne das Olivenöl erhitzen. Das Hackfleisch hineingeben und bei mittlerer bis hoher Hitze krümelig braten. Dabei mit dem Kochlöffel das Fleisch immer wieder zerteilen, damit keine großen Klumpen entstehen. Nach etwa 5 Minuten, wenn das Fleisch schön gebräunt ist, die Zwiebelwürfel und den Knoblauch hinzufügen. Weitere 3-4 Minuten mitbraten, bis die Zwiebeln glasig werden.
4. Würzen und verfeinern
Das Tomatenmark in die Pfanne geben und kurz mit anrösten. Dies ist wichtig, denn durch das Rösten verliert das Tomatenmark seine Rohheit und entwickelt einen volleren, runderen Geschmack. Anschließend mit Paprikapulver edelsüß, Paprikapulver scharf, Kümmel und Oregano würzen. Kräftig mit Salz und Pfeffer abschmecken. Alles gut vermischen und vom Herd nehmen.
5. Eiermilch zubereiten
In einer Schüssel die Eier aufschlagen und mit einem Schneebesen verquirlen. Die Milch hinzugießen und gründlich verrühren, bis eine homogene Mischung entsteht. Mit einer Prise Salz und Pfeffer würzen. Diese Eiermilch ist das Bindemittel des Auflaufs und sorgt dafür, dass alle Zutaten zusammenhalten.
6. Auflauf schichten
Den Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Hälfte der Brotwürfel in die gefettete Auflaufform geben und gleichmäßig verteilen. Darauf die Hälfte der Hackfleischmischung verteilen. Dann die Hälfte des geriebenen Käses darüber streuen. Diese Schichtung wiederholen: restliches Brot, restliches Hackfleisch und zum Schluss den restlichen Käse. Durch diese Schichtung wird jeder Bissen schön würzig und käsig.
7. Mit Eiermilch übergießen
Die vorbereitete Eiermilch gleichmäßig über den gesamten Auflauf gießen. Dabei darauf achten, dass alle Brotstücke etwas von der Flüssigkeit abbekommen. Mit einem Löffel kann man die oberen Schichten leicht nach unten drücken, damit die Eiermilch besser eindringen kann. Den Auflauf etwa 5 Minuten stehen lassen, damit das Brot die Flüssigkeit aufsaugen kann.
8. Backen
Die Auflaufform in den vorgeheizten Ofen schieben und auf mittlerer Schiene etwa 30-35 Minuten backen. Der Auflauf ist fertig, wenn die Oberfläche goldbraun ist und der Käse schön geschmolzen und leicht gebräunt ist. Die Eiermilch sollte vollständig gestockt sein. Mit einem Messer in die Mitte stechen: Wenn keine flüssige Eiermilch mehr austritt, ist der Auflauf durchgegart.
9. Ruhen lassen und servieren
Den fertigen Auflauf aus dem Ofen nehmen und etwa 5 Minuten ruhen lassen. Diese Ruhezeit ist wichtig, damit sich die Aromen setzen können und der Auflauf beim Servieren nicht auseinanderfällt. Anschließend in Portionen schneiden und heiß servieren.
Tipp vom Chefkoch
Wer es noch deftiger mag, kann zusätzlich gewürfelte Speckwürfel mit dem Hackfleisch anbraten. Für eine mediterrane Note einige getrocknete Tomaten in Öl klein schneiden und zwischen die Schichten geben. Reste vom Vortag lassen sich hervorragend aufwärmen: Einfach bei 160 Grad für 15 Minuten in den Ofen geben. Wer keine altbackenen Brotreste hat, kann frisches Brot verwenden und es vorher kurz im Ofen trocknen lassen. So wird es saugfähiger und der Auflauf wird nicht matschig.
Rustikale Weinbegleitung
Zu diesem herzhaften, würzigen Auflauf passt ein kräftiger Rotwein hervorragend. Ein deutscher Dornfelder oder ein fruchtiger Spätburgunder harmonieren perfekt mit dem deftigen Hackfleisch und dem geschmolzenen Käse. Wer es lieber etwas leichter mag, kann auch zu einem halbtrockenen Riesling greifen, dessen Säure die Schwere des Gerichts ausbalanciert. Bierliebhaber werden mit einem dunklen Bier oder einem kräftigen Pils ebenfalls gut beraten sein. Die Hopfennote schneidet durch die Fettigkeit des Käses und erfrischt den Gaumen zwischen den Bissen.
Zusätzliche Info
Der Brotauflauf, im Deutschen auch als Brotgratin oder Scheiterhaufen bekannt, hat seine Wurzeln in der sparsamen Hausmannsküche vergangener Jahrhunderte. Ursprünglich entwickelt, um altbackenes Brot zu verwerten, das sonst weggeworfen worden wäre, zeigt dieses Gericht die Kreativität und den Einfallsreichtum unserer Vorfahren. In Zeiten, in denen Lebensmittel kostbar waren, wurde nichts verschwendet. Die herzhafte Variante mit Hackfleisch und Käse ist eine moderne Interpretation, die besonders in süddeutschen und österreichischen Regionen beliebt ist. Dort kennt man ähnliche Gerichte unter Namen wie Knödelauflauf oder Semmelauflauf. Die Kombination aus Brot, Eiern und Milch findet sich in vielen europäischen Küchen: von der französischen pain perdu bis zur italienischen panzanella. Was alle diese Gerichte vereint, ist die Philosophie der Resteverwertung und die Transformation einfacher Zutaten in etwas Besonderes. Heute erlebt der Brotauflauf eine Renaissance, da immer mehr Menschen bewusst mit Lebensmitteln umgehen und Verschwendung vermeiden möchten.



