In deutschen Backstuben gehören Zimtkissen seit Generationen zum festen Repertoire traditioneller Kaffeehauskultur. Diese luftig-leichten Schmalzgebäckstücke verbinden knusprige Außenseiten mit einer überraschend weichen Textur im Inneren und verströmen dabei den unwiderstehlichen Duft von Zimt. Ursprünglich in ländlichen Regionen als einfaches Gebäck für besondere Anlässe gebacken, haben sich die Zimtkissen längst einen festen Platz auf modernen Kaffeetafeln erobert. Die Zubereitung erfordert keine professionellen Fertigkeiten, lediglich etwas Geduld und die richtigen Grundzutaten. Das Besondere an diesem Rezept liegt in der Verwendung von Schmalz, das dem Gebäck seine charakteristische Textur verleiht und für eine goldbraune Färbung sorgt. Mit wenigen Handgriffen entstehen kleine Köstlichkeiten, die warm serviert am besten schmecken und jede Kaffeepause in ein gemütliches Erlebnis verwandeln.
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Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. den teig vorbereiten
Gebt das Mehl in eine große Rührschüssel und formt in der Mitte eine kleine Mulde. Streut die Trockenhefe hinein und gießt die lauwarme Milch darüber. Die Milch sollte etwa 37 Grad warm sein, damit die Hefe optimal arbeiten kann. Lasst diese Mischung etwa 10 minuten ruhen, bis sich kleine Bläschen bilden. Dies zeigt, dass die Hefe aktiviert wurde, also ihre Arbeit aufgenommen hat und den Teig später schön aufgehen lässt. Fügt nun den Zucker, Vanillezucker und eine Prise Salz hinzu und verknetet alles zu einem geschmeidigen Teig. Der Teig sollte nicht mehr an den Händen kleben, aber noch weich und elastisch sein.
2. den teig ruhen lassen
Deckt die Schüssel mit einem sauberen Küchentuch ab und stellt sie an einen warmen Ort ohne Zugluft. Der Teig muss nun mindestens 45 minuten gehen, bis er sein Volumen etwa verdoppelt hat. Dieser Vorgang heißt gärung und sorgt dafür, dass das Gebäck später schön luftig wird. Ein warmer Platz in der Nähe der Heizung oder im leicht vorgewärmten Backofen bei ausgeschalteter Hitze eignet sich perfekt. Während der Teig ruht, könnt ihr bereits das Schmalz vorbereiten und die Zimtzuckermischung anrühren.
3. die zimtzuckermischung herstellen
Vermischt in einer kleinen Schüssel den Puderzucker mit dem Zimtpulver. Diese Mischung wird später über die noch warmen Zimtkissen gestreut und verleiht ihnen ihr charakteristisches Aroma. Achtet darauf, dass beide Zutaten gut miteinander vermischt sind, damit jedes Gebäckstück gleichmäßig gewürzt wird. Stellt die Mischung beiseite, damit sie griffbereit ist, sobald die Zimtkissen aus dem heißen Fett kommen.
4. den teig ausrollen und formen
Nachdem der Teig schön aufgegangen ist, nehmt ihn aus der Schüssel und knetet ihn auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche noch einmal kurz durch. Rollt den Teig mit einem Nudelholz etwa 1 zentimeter dick aus. Diese Dicke ist wichtig, damit die Zimtkissen beim Ausbacken ihre typische kissenförmige Struktur entwickeln. Schneidet nun mit einem scharfen Messer oder einem Teigrädchen etwa 6 mal 6 zentimeter große Quadrate aus dem Teig. Ihr solltet etwa 12 bis 16 Stücke erhalten, je nachdem wie genau ihr arbeitet.
5. das schmalz erhitzen
Gebt das Schweineschmalz in einen hohen Topf oder eine tiefe Pfanne und erhitzt es langsam auf etwa 170 bis 180 grad. Verwendet unbedingt ein Küchenthermometer, um die Temperatur zu kontrollieren. Ist das Fett zu heiß, verbrennen die Zimtkissen außen, bevor sie innen gar sind. Ist es zu kühl, saugen sie sich mit Fett voll und werden schwer statt luftig. Um die richtige Temperatur zu testen, könnt ihr einen kleinen Teigrest ins Fett geben. Er sollte sofort aufsteigen und kleine Bläschen bilden, ohne dabei zu dunkel zu werden.
6. die zimtkissen ausbacken
Legt vorsichtig 3 bis 4 Teigstücke gleichzeitig ins heiße Schmalz. Gebt nicht zu viele auf einmal hinein, sonst kühlt das Fett zu stark ab. Die Zimtkissen gehen innerhalb weniger Sekunden auf und schwimmen an der Oberfläche. Backt sie etwa 2 bis 3 minuten auf jeder Seite goldbraun aus. Wendet sie mit einer Schaumkelle vorsichtig, damit sie gleichmäßig bräunen. Wenn sie schön goldgelb sind und appetitlich aussehen, nehmt sie mit der Schaumkelle heraus und lasst das überschüssige Fett gut abtropfen.
7. die zimtkissen würzen und servieren
Legt die noch heißen Zimtkissen auf Küchenpapier, damit weiteres Fett abtropfen kann. Bestäubt sie sofort großzügig mit der vorbereiteten Zimtzuckermischung, solange sie noch warm sind. Die Wärme sorgt dafür, dass der Zucker leicht schmilzt und besser haftet. Wendet die Kissen einmal, damit beide Seiten gleichmäßig bedeckt sind. Serviert die Zimtkissen am besten noch lauwarm, dann sind sie außen knusprig und innen herrlich weich.
Tipp vom Chefkoch
Wenn ihr kein Schweineschmalz verwenden möchtet, funktioniert auch geschmacksneutrales Pflanzenöl mit hohem Rauchpunkt. Allerdings verlieren die Zimtkissen dann etwas von ihrem traditionellen Geschmack. Achtet darauf, dass das Fett zwischen den einzelnen Backgängen wieder die richtige Temperatur erreicht. Falls die Zimtkissen beim Ausbacken nicht richtig aufgehen, war der Teig möglicherweise nicht lange genug gegangen oder das Fett war zu kalt. Ihr könnt die fertigen Zimtkissen auch mit Apfelmus oder Pflaumenmus servieren, das passt wunderbar zum Zimtaroma.
die perfekte begleitung zur kaffeepause
Zu diesen traditionellen Zimtkissen passt am besten ein kräftiger Filterkaffee oder ein milder Cappuccino. Die Bitternote des Kaffees harmoniert perfekt mit der Süße des Gebäcks und dem würzigen Zimt. Wer es lieber ohne Koffein mag, greift zu einem aromatischen schwarzen tee mit einem Schuss Milch. Auch heiße Schokolade bildet eine köstliche Kombination, besonders an kalten Wintertagen. Für Kinder eignet sich warmer Kakao oder Apfelsaft hervorragend. Die Getränke sollten heiß serviert werden, damit der Kontrast zur Temperatur der lauwarmen Zimtkissen besonders genussvoll ist.
Zusätzliche Info
Zimtkissen gehören zur Familie der Schmalzgebäcke, die in vielen deutschen Regionen unterschiedliche Namen tragen. In manchen Gegenden heißen sie Knieküchle, anderswo Auszogne oder Krapfen. Die Tradition des Ausbackens in Schmalz reicht mehrere Jahrhunderte zurück, als Fett ein kostbares Gut war und solches Gebäck besonderen Anlässen vorbehalten blieb. Ursprünglich wurden Zimtkissen vor allem zur Faschingszeit oder zu Kirchweihfesten gebacken. Der Zimt, heute eine alltägliche Zutat, galt lange als exotisches und teures Gewürz aus fernen Ländern. Die kissenförmige Gestalt entsteht durch das schnelle Aufgehen des Hefeteigs im heißen Fett, wobei sich das Gebäck aufbläht und seine charakteristische Form annimmt. Heute erleben traditionelle Schmalzgebäcke eine Renaissance in modernen Cafés und auf Wochenmärkten, wo sie frisch zubereitet angeboten werden.



